Dienstag, 6. Mai 2014
Philosophische Grundlegung in interkultureller Sicht - eine Miniatur
Freitag, 2. Mai 2014
Glauben evangelisch
Was ist evangelischer Glaube?
Es gibt viele christliche Kirchen. Der Glaube an den dreieinigen Gott verbindet alle Christen. Was ist nun das Besondere am evangelischen Glauben?
Christen bekennen, dass sich Gott uns Menschen zu erkennen gibt als Vater und als Schöpfer und Erhalter seiner Schöpfung, als Sohn und Erlöser in Jesus Christus und als Heiliger Geist, in dem Gott bei uns gegenwärtig ist. Evangelischer Glaube ist gekennzeichnet durch vier unverzichtbare Glaubensgrundsätze: Allein aus Glauben, allein aus Gnade, allein Christus, allein die Heilige Schrift.
Allein aus Glauben
Glaube hat weniger mit vermuten, meinen oder fürwahrhalten zu tun als mit Vertrauen. Glauben heißt, im Leben und im Sterben seine Hoffnung und sein Vertrauen auf Gott, den Jesus Vater genannt hat, zu setzen. Glaube ist Ausdruck einer Beziehung.
Christen vertrauen darauf, dass Gott hält, was er versprochen hat, dass seine Herrschaft in Liebe und Gerechtigkeit in dieser Welt anbricht, dass er Menschen nicht allein lässt, wenn sie leiden. Christen vertrauen darauf, dass Gott sie mit ihren Lasten trägt und sie im Einsatz für andere stärkt. Christen vertrauen darauf, dass Leiden, Schuld, Versagen, das Böse und der Tod nicht das letzte Wort haben. Sie setzten ihre Hoffnung darauf, dass Gott sie auch jenseits der Todesgrenze bei ihrem Namen ruft. Gott sieht seine Menschen mit Augen der Liebe an – egal, was sie von ihm trennt. Dieses Vertrauen gründet in der Geschichte und in den Worten Jesu. Dieser Glaube ist ein Geschenk Gottes, das er durch seinen guten Geist, den Heiligen Geist, bewirkt.
Glaube berührt und gestaltet als Zuspruch und als Anspruch das ganze Leben. Kein Bereich ist ausgenommen. Worte wie Vertrauen, Zuversicht, Treue werden dem, was mit dem Wort „Glauben“ beschrieben ist, am ehesten gerecht.
Allein aus Gnade
Gnade ist womöglich der wichtigste Begriff evangelischen Glaubens. Menschen, die meinen, aus eigener Kraft leben zu können, trennen sich so von Gott. Das nennt die Bibel Sünde. Doch Gottes vergebende Liebe hebt diese Trennung durch Jesus Christus auf. Er versöhnt uns mit Gott und lädt uns ein, im Vertrauen auf seine Güte zu leben. Gott hebt die Entfremdung zwischen sich und dem Menschen auf, ohne dass der Mensch dazu etwas beitragen könnte. Gott macht seine Liebe nicht von vorbildlichem Leben, korrektem Verhalten, frommen Übungen oder hervorragendem Einsatz für andere abhängig. Das war Luthers „reformatorische Entdeckung“ und ist die Geburtsstunde evangelischen Glaubens: Wir sind Gott recht, ohne dass wir etwas dazu beitragen könnten. Im stellvertretenden Leiden und Sterben seines Sohnes und in der Teilhabe an seiner Auferstehung ist für uns alles getan.
Allein Christus
Jesus Christus ist die Mitte unseres Glaubens. Von ihm erzählt die Bibel, vor allem das Neue Testament. Er lebte etwa in den Jahren 0 bis 30 nach Christus. Im Auftrag Gottes predigte er, dass Gott diese Welt liebt und sie zum guten Ziel bringen wird. Zum Zeichen dafür heilte er Kranke, vergab Sünde (Schuld) und wandte sich den Armen und Ausgestoßenen zu. Seine Botschaft, dass er der von Gott gesandte Retter, der Sohn Gottes, ist, wurde abgelehnt und als Gotteslästerung empfunden. Er wurde gefangen genommen und am Kreuz hingerichtet. Nach drei Tagen erweckte Gott ihn von den Toten und gab ihm Anteil an seiner Macht. Er wird wiederkommen, um Gottes Heil endgültig durchzusetzen.
Jesus Christus ist der einzige Retter und Herr, an den wir glauben und den wir anbeten. „In keinem anderen ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“ (Apostelgeschichte 4, 12)
Allein die Bibel
Der Maßstab für unseren Glauben und für unser Leben ist die Bibel. An ihr prüfen wir alle Erfahrungen und Äußerungen des Glaubens. Die Bibel ist eine Sammlung von 66 Büchern. Sie besteht aus dem Alten und Neuen Testament und erzählt, welche Erfahrungen Menschen mit Gott gemacht haben, wie Gott handelt, was Er schenkt und was Er erwartet. So spricht Gott uns durch die Bibel an, um unseren Glauben zu wecken und uns in seine Gemeinde zu rufen.
Die Gemeinde
Die Bibel bezeichnet die Gemeinde als das Volk Gottes, den Leib Christi und die Familie Gottes. In ihr dient jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Die evangelischen Christen eines Ortes gehören in der evangelischen Landeskirche zu einer Kirchengemeinde, die „Evangelisch-Lutherisch“, „Evangelisch-Reformiert“, „Uniert“ oder einfach „Evangelisch“ heißen kann.
Religionswissenschaft als kulturwissenschaftliche Disziplin
Samstag, 29. März 2014
Einblicke zur Interkulturellen Philosophie
Sonntag, 23. März 2014
Der menschliche Denkapparat - philosophisch betrachtet
Dienstag, 25. Februar 2014
Nachdenken über das Denken und Urteilen
Im philosophischen Sprachgebrauch steht ›denken‹ einerseits für die
Tätigkeit des Erfassens von Gedanken (Ideen, Begriffen, Vorstellungen),
dann für die synthetisierenden Funktionen des Verstandes, schließlich für das
Bilden von Urteilen und logischen Schlussfolgerungen.
Das Denken ist gleichbedeutend mit Synthetisieren, Vereinheitlichen. Im Denken werden die aus den Sinnen stammenden Vorstellungen auf Urteile bezogen. Eine Sache zu denken ist dasselbe wie sich ein Urteil über die entsprechende Sache zu bilden. Man kann z. B. wahrnehmen, wie es regnet und die Erde nass wird, man kann aber auch das Urteil ›Wenn es regnet, so wird die Erde nass‹ bilden. Tut man das Letztere, dann hat man gedacht. Die dabei zur Anwendung kommenden allgemeinen Denkformen betrachtet Kant als a priori , d. h. den jeweiligen konkreten Denkakten vorausliegend.
Im Hinblick auf die Arten des Denkens unterscheidet die philosophische Tradition zwischen intuitivem Denken (cognitio intuitiva ) und diskursivem Denken (cognitio discursiva ). Im intuitiven Denken wird ein einzelner Sachverhalt intuitiv erfasst bzw. unmittelbar eingesehen. Das diskursive Denken (von lat. discurrere , ›durchlaufen‹) durchläuft, beispielsweise bei einer logischen Schlussfolgerung in einem Argumentationsgang oder einer mathematischen Ableitung, eine Reihe von Inhalten, wobei im Idealfall jeder Einzelschritt intuitiv einleuchten sollte. Zugleich werden in einem Akt des intuitiven Denkens die ersten Prinzipien, die nicht auf diskursivem Wege aus anderen Sachverhalten abgeleitet werden können, erfasst.
Neuzeitliche Philosophen stellen sich auf den Standpunkt, dass durch das Denken selbst die Wirklichkeit strukturiert wird. Der Verstand schreibt der Natur ihre allgemeinsten Gesetze vor. Kausale Gesetzmäßigkeit ist in erster Linie ein Verstandesprinzip, dessen sich der Mensch bei der Naturerkenntnis bedient, jedoch nichts, was in der Natur selbst vorkommt.
Urteil/Aussagen
Urteile sind nach dieser Tradition Behauptungssätze, d. h. sprachliche Gebilde, in denen zu Recht (wahr) oder zu Unrecht (falsch) das Bestehen (Affirmation, compositio ) oder Nichtbestehen (Negation, divisio ) eines Sachverhalts behauptet wird.
Das Urteil bezeichnet den Schlusszusammenhang eines Syllogismus, der darin besteht, eine probable Behauptung (Konklusion) auf ihre demonstrativen Prämissen zurückzuführen. Das Schließen besteht danach genau darin, über die zu beweisende Behauptung ein Urteil zu fällen (Sentenz).
Der Begriff des Urteils hat darüberhinaus eine weitere, erheblich über die des wahrheitsdifferenten Aussagesatzes hinausgehende Bedeutung erlangt. Das Hinzukommende ist das Moment der Geltung. Das Urteil ist nicht nur ein sprachlicher Akt (Verknüpfung von Termen), sondern ein Erkenntnisakt (Verknüpfung von Vorstellungen). Im Urteil wird Erkenntnis realisiert, indem eine Anschauung ( eine einzelne Vorstellung, die »auf den Gegenstand unmittelbar bezogen wird«) unter einen Begriff (»allgemeine Vorstellung, die für viele gilt«) subsumiert wird. Das Urteil ist deshalb bloß die »mittelbare Erkenntnis eines Gegenstands, mithin die Vorstellung einer Vorstellung desselben«. Die Verknüpfung von Vorstellungen bedarf eines Einheitsmoments, der Einheit eines Bewusstseins. Urteile sind also nicht allein wahr oder falsch, sondern aufgrund ihrer Bezogenheit auf die synthetische Einheit eines Bewusstseins gelten sie entweder als objektiv oder bloß subjektiv (a priori oder a posteriori ).