Montag, 3. Dezember 2018

Digitale Bilderwelten

Die andauernde Informationsflut zwischen Fake News und minimalem Wahrheitsgehalt injiziert uns eine tägliche Dosis Albtraum. Besonders in der Politik können Informationen und Pressebilder für die Willenslenkung benutzt werden oder lassen die Arroganz der Weltmacht als monströse Fratze aufblitzen. Damit haben uns die Bilder, die letztlich einer eigenen Logik folgen, ihre Macht als Vierte Gewalt bewusst gemacht. Besonders angesichts von Bildabfolgen, die durch extrem kurze Schnitte enorm beschleunigt sind, wird es für den Betrachtenden unmöglich, diese gegeneinander abzugrenzen. Er kann die einzelnen Bilder nicht mehr festhalten, da die folgenden diese sogleich wieder überblenden. Er verliert unter diesen Voraussetzungen jede Autonomie gegenüber den Bildern, ist ihnen passiv ausgeliefert und wird von ihnen manipuliert – sofern er sich ihnen nicht verweigert. Dies umso mehr, als sich Bilder als überzeugender erweisen als jedes sprachlich vorgetragene Argument. Denn mit der Digitalisierung der Bilder sind die technischen Möglichkeiten, Bilder in eine gewünschte Richtung zu manipulieren, sehr viel einfacher geworden. Dies kann soweit gehen, dass wir die Wirklichkeit von der Bilderwelt nicht mehr unterscheiden können.

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